Dry Gin Gin

Testbericht Wagon 22 Gin

Russischer Gin mit 22 Botanicals

Das Wetter wird zunehmend kälter – da kommt der Wagon 22 Gin ganz gelegen, denn er passt sehr zur eisigen Jahreszeit. Der Gin dürfte dem ein oder anderen vielleicht sogar bekannt sein, viele Lidl Märkte haben ihn in ihrem Sortiment. Der Wagon 22 kommt aus Russland, die 22 steht also nicht für den Alkoholgehalt, sondern für die Anzahl der verwendeten Botanicals. Zugleich steht die 22 auch für die 22. wichtigsten Stationen der transsibirischen Eisenbahn, an deren Strecke die Botanicals aufgesammelt wurden, jede Zutat soll eine Hommage an die Herkunftsregion sein. Es wurden verschiedene Kräuter, Wurzeln, Beeren und andere Botanicals verwendet, gesammelt vom warmen Westen bis hin zur kalten, vereisten, sibirischen Taiga. Die Herznote des Gins ist vo Sanddorn geprägt.

Der Alkoholgehalt liegt bei 45%, vertrieben wird der russische Gin von der Firma Dovgan, welche verschiedene osteuropäische Spezialitäten im Handel hat vertrieben. Wie schon erwähnt gibt es den Wagon 22 ab und an mal bei Lidl, er kostet zwischen 20 und 30 Euro, vermutlich wird er aber nicht in jeder Filiale zu finden sein. Die Flasche fasst übrigens ganze 700 ml.

Wie riecht der Wagon 22 Gin?

Eine schwere, matte Flasche liegt in meiner Hand. Optisch fallen einige goldene Highlights auf, vor allem aber der orange gefärbte Flaschenboden, der ein wenig wirkt, als würde er die Flasche beleuchten. Die Farbe deutet auf den Sanddorn hin, wie schon erwähnt soll das geschmacklich das Herzstück des Gins sein. Nachdem ich die Flasche öffne breitet sich sehr schnell ein leicht fruchtiger Duft um mich herum aus. Riecht man dann direkt am Flaschenhals, erkennt man ein deutliches Wacholderaroma, zudem die das Fruchtige vom Sanddorn. In einer zweiten Welle erkennt man die Kräuter und Wurzeln, die für das Destillat verwendet wurden, allerdings ist auch eine leichte Schärfe zu erkennen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das wirklich von den Botanicals kommt. Alles in allem ist das Geruchsspektrum doch sehr breit.

Wie schmeckt der Transsiberian Thorn Gin?

Jetzt will ich den Gin natürlich auch testen. Der erste Schluck ist wie ich bereits erwartet habe, sehr fruchtig, der Sanddorn steht im Vordergrund. Der Wacholder, der in der Nase noch sehr dominant war, ist im Geschmack deutlich weniger zu erkennen. Dafür erkennt man hier wieder sehr stark die Kräuter, Wurzeln und Gewürze, es sticht allerdings keines klar hervor. Auf der Zunge wirkt der Gin sehr leicht und frisch, im Abgang ist er allerdings sehr kräftig und brennt in der Kehle. Klassisch russisch muss ich für einen Augenblick an Vodka denken. Eis könnte das Trinken hier vermutlich leichter machen, quasi entschärfen. Alles in allem ist der Wagon 22 aber sehr vielschichtig und komplex.

Tastingzusammenfassung Wagon 22 Gin

Der Wagon Gin hat mich positiv überrascht, er ist komplexer und vielschichtiger als ich vermutet hatte. In der Nase und auch zu Beginn am Gaumen steht der Sanddorn im Vordergrund, doch man erkennt auch eine herbe, kräutrige Note. Im Abgang ist der Gin sehr intensiv und brennt auch ein wenig, er gibt dabei aber ein warmes Gefühl. Das muss man mögen, pur würde ich den Gin eher nicht trinken.

  • Gin aus Russland
  • 22 Botanicals, entlang der transsibirischen Eisenbahnstrecke gesammelt
  • 45% Alkoholgehalt
  • Sanddorn als dominantes Botanical

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Wagon 22 Gin
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