Hi, Ihr lieben. Wie viele bereits wissen, haben mit den neuen Corona-Maßnahmen hier in Bayern ab Montag dieser Woche wieder die Schankgaststätten geschlossen. Die Proteste und Diskussionen kochen mal wieder hoch, doch war es ja ein wenig vorhersehbar. Beste Voraussetzungen jedoch, die Gin-Sammlung zuhause zu erweitern. Und da schlagen wir heute zwei Fliegen mit einer Klappe. Protest und Gin. Wir haben heute nämlich den Riot Gin aus Berlin vor uns.

Riot Gin wird lt. Hersteller in einer kleinen Brennblase im Small Batch von 300 Flaschen destilliert. Jeder Schritt dabei ist liebevolle Handarbeit. So hat der Riot Gin 2020 und 2021 den Goldenen Craft Spirit Award gewonnen. 

Wir recherchieren ein wenig, was es mit dem Namen auf sich hat. Riot Gin ist abgeleitet von den Gin Riots, die sich Anfang des 18. Jahrhunderts in England zugetragen haben. 1694 wurde, lt. Wikipedia, Bier höher besteuert. Gleichzeitig war die Weizenernte, durch die Modernisierung der Landwirtschaft äußerst ergiebig. Das hatte zur Folge, dass mit dem Überschuss billiger Gin im Überfluss produziert wurde. Plötzlich wurde in ganz England so viel Gin konsumiert, dass man von der „Gin-Epidemie“ spricht. In dieser Zeit war Gin so billig, dass eine Kalorie Gin billiger war, als eine Kalorie Brot. So kam es, dass die Sterberate durch Alkoholkonsum zeitweise die Geburtenrate überstieg. Als Gegenmaßnahme wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Destillation durch kleine Produzenten verboten und dem Rest hohe Steuern auferlegt, um den Konsum zu bremsen. Die Folge waren Proteste und Ausschreitungen. 

Riot Gin hat sein Corporate Design also detailverliebt entwickelt und mit einer historischen Story aufgeladen. Das gefällt uns, doch zieht Riot Gin hier auch noch eine moderne Parallele und sieht sich als „Aufstand gegen das Establishment langweiliger Ornamentlogos und erfundener Regionalität, gegen Einschränkung von Freiheit und Gleichheit, Klimakrise und Ungerechtigkeit“. Die Berliner sind dahingehend auch wirklich auch aktiv: 20% der Erlöse werden an gemeinnützige Projekte, z.B. gegen Rassismus, gespendet. Gin-Trinken gegen Rechts – finden wir gut, also Cheers!

Wie riecht der Riot Gin?

Vor uns steht eine schlichte Flasche, doch das Etikett ist wahnsinnig schön gemacht, aus mattem Papier, mit in einer tollen Haptik. Eine Faust, die den Widerstand symbolisiert, die Wacholderzweige hält. Treffender kann man Riot Gin doch nicht in einem Bild darstellen. „Taste, Love, Craft“ ziert als Header über dem Logo. Links daneben ist, neben den Botanicals, die stolze Prozentzahl abgedruckt: 50% Alkoholgehalt sind heute auf dem Programm! Wacholder, Zitronenschale, Grapefruitschale, Koriandersamen, Paradieskörner, Kumquats und Süßholzwurzel sind die Botanicals, die im Riot Gin verarbeitet werden.

Den Riot Gin in der 0,5L-Flasche erhaltet Ihr für 35€ auf https://riot-gin.com/products/riot-gin-1 

Wir ziehen den Kunststoffkorken aus der Flasche und merken hierbei an, dass der Aufstand gegen Klimawandel hier authentischer wäre, wenn ein alternativer Korken gewählt würde. Dennoch wissen wir alle: So verfliegen die Aromen nicht. Von unserer Seite gibt es hier keine allzu scharfe Kritik. Nun aber endlich zur Nase!

Ein frischer Duft aus Wacholder mit milder Zitrusnote kommt uns entgegen. An der Flasche nehmen wir ein fruchtiges Aroma wahr. Da man Gin aber nicht aus Flaschen trinkt, gehen wir über zum eigentlichen Nosing und gießen ein wenig Riot Gin in ein Glas. Hier kommen Grapefruitschale und Kumquats noch schön zur Geltung. Kumquats sind übrigens Zwergorangen, gewusst? Gleichzeitig sticht aber auch die Schärfe von 50% Alkohol kräftig in die Nase. 

Wie schmeckt der Riot Gin? 

Auch bei 50% Alkoholgehalt wird im Hause Ginnatic für das Tasting pur und ohne Eis und Tonic verkostet. Über die Zunge kommt eine starke Note aus Wacholder, gefolgt von milden Zitrus- und Orangennoten. Koriandersamen und Süßholzwurzel spielen sich im Hintergrund und ein starker, sehr scharfer Abgang lässt nicht lange auf sich warten. Sobald die Schärfe des hohen Alkoholgehalts verfliegt, bleibt ein gewisser Wow-Effekt im Mund stehen. Hier kommt, denken wir, die Süßholzwurzel als letzte Note wieder zum Vorschein.

Tasting-Zusammenfassung

Pur verkostet, ist der Riot Gin uns ein wenig zu scharf, doch das ist Geschmackssache. Der Riot Gin hat mit seiner Story und Komplexität sicherlich nicht grundlos zweimal den Award auf Europas wichtigster Gin-Messe abgeräumt. Eine klare Empfehlung für diejenigen, die gerne mal ein wenig kräftigere Drinks mögen. 

  • Gin aus Deutschland
  • 100% Handarbeit
  • Small Batch aus 300 Flaschen
  • 20% des Erlöses werden für gemeinnützige Projekte gespendet
  • 50% Alkoholgehalt
  • 0,5L Flascheninhalt

Gin Streckbrief

Gin Name: Riot Gin

Gin Sorte: Dry Gin

Gin Hersteller: Riot-Gin UG (Haftungsbeschränkt)

Land: Deutschland

Farbe: Klar

Alkoholgehalt: 50,00%

Homepage: https://www.riot-gin.com

Preis: 35,00 Euro

Hinweis:

Ginnatic ist seit dem Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Testbericht haben wir als Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen oder wir haben den Artikel selbst erworben. Etwaige Bewertungen werden von der kostenlosen Bereitstellung des Herstellers nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach persönlichem Ermessen.

*Allgemeine Hinweis zu Links: Einige Links die auf dieser Seite verwendet werden sind Affiliate Links, wenn ihr darüber einen Kauf bei einem meiner Partner tätigt, bekomme ich eine kleine Provision die mir hilft den Blog weiter zu betreiben.

Ginnatic London Dry Gin
Vorheriger ArtikelTestbericht Aether Leipzig Dry Gin
Nächster ArtikelTestbericht Sears Gin Spiced Garden

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein