Adventszeit. Die Zeit in der man sich mit seinen liebsten bereits auf das Weihnachtsfest und die letzten Tage im alten Jahr vorbereitet. Man fängt an, das Jahr zu reflektieren und vergisst schnell auch mal die alltäglichen Sorgen, die in diesem turbulenten Jahr sicher auch nicht fehlten. 

Draußen tobt eine neue Corona-Variante, sodass wir die Zeit noch intensiver nutzen können, uns auf die Feiertage vorzubereiten und auch schon die Gins, die wir zwischen den Jahren trinken wollen, auszusuchen. Umso passender, dass der heutige Gin eine Story aus der Medizin mit sich bringt. Ist der de le Boe Original Dry Gin am Ende vielleicht das Arzneimittel gegen Corona?

Das wahrscheinlich nicht. Aber Franz de le Boe, oft auch Franciscus Sylvius genannt war ein deutscher Arzt, Anatom und Naturwissenschaftler mit flämischen Wurzeln. Er gilt als Begründer der naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin und klinischen Chemie. 1669 wurde unter seiner Führung im holländischen Leiden das erste chemische Labor an einer europäischen Universität, wo er den sogenannten Genever (franz. Genévrier – Wacholder) entwickelte: Mit Wacholder versetzter Alkohol. Als der Genever auf die britische Insel importiert wurde, war dann der Name Gin geboren.  

Gin wurde also, wie viele wissen, ursprünglich tatsächlich als Medizin genutzt und wurde vor allem gegen Verdauungsstörungen und Sodbrennen eingesetzt. Generell galten in Alkohol eingelegte Kräuter als Heilmittel. Und Franz de le Boe? Hat nachweislich den Gin erfunden. 

Ein schöner Name für einen Gin. Die Firma de le Boe mit Sitz in Borken hat den Gin aber nicht nur so genannt, um den Begründer unserer Lieblingsspirituose zu ehren. Sie reisten nach Holland, um in der Universitätsbibliothek der Uni Leiden alle Veröffentlichungen und Schriften von Professor de le Boe zu studieren. Mit einem ambitionierten Ziel: Dem Originalrezept des Gins am nächsten zu kommen. 

Wie riecht der De Le Boe Original Dry Gin?

Wir halten also heute ein Stück Geschichte in der Hand! Geschichte, in Form einer sehr schlichten und sehr schön gearbeiteten, 500ml Steinzeugflasche, die vom Portrait von Franz De Le Boe geziert wird. Leider ist auf der Flasche keine Batch- und Flaschennummer, was wir uns bei einem Manufaktur-Gin durchaus wünschen würden. Auch welche Botanicals in der Rezeptur verwendet wurden, sucht man vergeblich auf der Flasche. Da hilft uns aber natürlich die Homepage. 

15 Botanicals werden beim De Le Boe  Original Dry Gin verwendet: Wacholder Beeren, Angelikawurzel, Angelikasamen, Zitronenschale, Zimtrinde, Koriander, Lavendelblüten. Wermutkraut, Veilchenwurzel, Süssholzwurzel, Limettenschalen, Nelken, Grapefruitschale, Curacaoschalen, Zitrus – ,Rose – und Kardamon in Auszügen.  Okay! Dann haben wir jetzt die Zutaten, dann können wir das mit ein wenig Experimentieren ja jetzt auch? Weit gefehlt. Bei der Destillation wurde enormer Wert darauf gelegt, nach historischer Vorlage zu arbeiten. So werden einige Auszüge erst nach dem eigentlichen Brand hinzugegeben. Durch diese doppelte Destillation bleibt ein intensiverer Geruch bestehen, da weniger Wasser zugesetzt wird. Den De Le Boe Original Dry Gin mit 43% Alkoholgehalt könnt Ihr in der 500ml-Flasche für 38,90€ auf https://deleboe.com/products/de-le-boe bestellen.

Wir ziehen den Kunsstoffkorken aus der Steingutflasche. Nicht historisch, dennoch nachhaltiger für die Aromen. Wir halten die Flasche zu allererst unter die Nase und nehmen einen angenehmen Mix aus blumigen Noten und Zitrus wahr. Wir gießen uns ein wenig Gin in ein Glas und beginnen mit dem eigentlichen Nosing. 

Im Glas entfaltet sich die frische, florale Note noch besser. Der Gin riecht äußerst mild. Bei einem originalen Genever erwartet man ja eigentlich eine Dominanz des Wacholder, was hier überraschenderweise nicht der Fall ist. Blumige Dominanz, umschmeichelt mit frischer Zitrus und einem Hauch von Wacholder und Kardamom, meinen unsere Nase zu erschnuppern. 

Wie schmeckt der De Le Boe Original Dry Gin?

Historic, Original, Straight – das ist die Aussage des Herstellers. Tatsächlich empfiehlt De Le Boe als Perfect Serve den puren Genuss. Wir testen alle Gins grundsätzlich pur, ohne Eiswürfel, sodass wir gespannt sind, ob wir die Aussage des Herstellers bestätigen können.

Wir nehmen einen Schluck und erleben einen sehr kräftigen, vollmundigen Geschmack: Die blumigen, süßlichen Noten aus dem Nosing kitzeln nur kurz die Zunge. Die Dominanz ist hier den Zitrusfrüchten zuzuschreiben. Neben dem kräftigen, vollmundigen Geschmack, brennt der De Le Boe allerdings überhaupt nicht. Ein sehr mildes Geschmackserlebnis. Nach dem ersten Schluck grinsen wir uns an: Geht runter wie Öl! Der Abgang ist äußerst mild und lange. Der Geschmack bleibt angenehm stehen. Der De Le Boe Original Dry Gin eignet sich also perfekt auch für den puren Genuss. Wir sind schon sehr gespannt, wie dieses vermeintliche „Original“-Rezept sich im Mix mit Tonic Water verhält und freuen uns bereits darauf, es auszuprobieren.

Tastingzusammenfassung. 

In der Regel verkosten wir ein bis zwei Schlückchen Gin in einem Tasting. Selten ist es der Fall, dass man sich direkt noch ein Gläschen einschenkt. Heute ist dies allerdings der Fall. Historic Original Straight – es wurde nicht zu viel versprochen. Für wahre Gin-Fans ist dieser Gin, unserer Meinung nach, ein Muss in der Sammlung. 

  • Manufaktur-Gin aus Deutschland
  • Rezeptur nach den originalen Schriften von Franz de le Boe
  • Floraler Duft 
  • Vollmundiger, zitruslastiger Geschmack
  • 43% Alkoholgehalt
  • 500ml Flascheninhalt

Gin Streckbrief

Gin Name: DE LE BOË Dry Gin

Gin Sorte: Dry Gin

Gin Hersteller: DE LE BOË Hermann Schweers

Land: Deutschland

Farbe: Klar

Alkoholgehalt: 43,00%

Homepage: https://deleboe.com/

Preis: 38,90 Euro

Hinweis:

Ginnatic ist seit dem Inkrafttreten des Telemediengesetz §6 übrigens dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Den genannten Gin aus dem Testbericht haben wir als Produkt Sample vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen oder wir haben den Artikel selbst erworben. Etwaige Bewertungen werden von der kostenlosen Bereitstellung des Herstellers nicht beeinflusst und erfolgen mitunter nach persönlichem Ermessen.

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