Geschrieben von Maximilian Mende Ginmaster
Seit 2015 schreibe ich hier über Gin, inzwischen über 700 verkostete Sorten. Nebenbei brenne ich meinen eigenen London Dry Gin, und seitdem weiß ich ziemlich genau, wie viel Arbeit in einer guten Flasche steckt. Das merkt ihr meinen Testberichten an, im Guten wie im Schlechten.
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Der Gin Tonic ist der bekannteste Longdrink mit Gin und für viele der Einstieg in die Welt des Wacholderschnapses. Zwei Zutaten, viel Eis und eine passende Garnitur ergeben einen frischen, herben Drink, der im Sommer auf der Terrasse genauso funktioniert wie im Winter an der Bar.
Gerade weil das Rezept so einfach ist, entscheiden Details über das Ergebnis: das Mischverhältnis, die Wahl des Tonic Water, das Eis und das Glas. Hier findet ihr das Gin Tonic Rezept, Tipps zur Garnitur und die Geschichte hinter dem Klassiker.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Basis | Gin und Tonic Water |
| Geschmack | frisch, herb, leicht bitter |
| Glas | Longdrinkglas oder Ballonglas, vorgekühlt |
| Zubereitung | im Glas gebaut, nicht geschüttelt |
| Garnitur | Zitrone, Limette, Gurke oder Kräuter, passend zum Gin |
Gin Tonic Zutaten
- 50 ml Gin
- 150 ml Tonic Water, gut gekühlt
- viel Eis, am besten große Würfel
- Garnitur passend zum Gin, zum Beispiel Zitronenzeste, Gurkenscheibe oder Rosmarinzweig
Das entspricht einem Verhältnis von einem Teil Gin zu drei Teilen Tonic. Mehr als 70 ml Gin kommen in einen klassischen Longdrink in der Regel nicht.
Welcher Gin passt zum Gin Tonic?
Für den klassischen Gin Tonic eignet sich ein London Dry Gin mit klarer Wacholdernote. Er hält gegen die Bitterkeit des Tonic und bleibt im Glas präsent. Bewährte Beispiele sind der Tanqueray London Dry Gin und der Bombay Sapphire London Dry Gin.
Wer es blumiger mag, greift zu einem New Western Dry Gin. Dort tritt der Wacholder zurück, andere Botanicals rücken nach vorn. Der Hendrick’s Gin mit Gurke und Rose ist das bekannteste Beispiel. Kräftig und vielschichtig wird es mit dem Monkey 47. Am Ende gilt: Der Drink soll euch schmecken. Eine ausführliche Übersicht gibt der Beitrag Welcher Gin für einen Gin Tonic?.
Gin Tonic Zubereitung
- Das Glas randvoll mit Eis füllen und kurz kalt werden lassen (Schmelzwasser vor dem Eingießen abgießen).
- Den Gin über das Eis gießen (so kühlt er direkt am Eis herunter).
- Das Tonic Water langsam am Eis oder an einem Barlöffel entlang aufgießen (so bleibt mehr Kohlensäure im Drink).
- Einmal vorsichtig mit dem Barlöffel von unten nach oben ziehen, nicht kräftig rühren.
- Mit der Garnitur vollenden (eine Zeste vorher über dem Glas knicken, dann landen die ätherischen Öle im Drink).
Wichtig: Ein Gin Tonic kommt nie in den Shaker. Die Kohlensäure würde entweichen, der Druck kann den Shaker aufspringen lassen, und im Glas landet ein schaler Drink.

Das richtige Gin Tonic Mischverhältnis
Beim Gin Tonic Mischverhältnis gehen die Meinungen auseinander. Ein guter Ausgangspunkt ist 1:3, also ein Viertel Gin und drei Viertel Tonic. Davon ausgehend könnt ihr in beide Richtungen justieren:
- 1:2: kräftig, der Gin steht klar im Vordergrund
- 1:3: der Standard, Gin und Tonic sind ausgewogen
- 1:4: leichter und frischer, gut für sehr aromatische oder hochprozentige Gins
Mehr Tonic macht den Drink leichter und betont die Bitterkeit. Weniger Tonic lässt feine Botanicals besser durchkommen. Welche Variante wann passt, erklärt der Ratgeber zum perfekten Mischverhältnis für einen Gin Tonic.
Welches Tonic Water passt zum Gin Tonic?
Tonic Water macht drei Viertel des Drinks aus, deshalb lohnt sich hier ein genauer Blick. Klassisches Indian Tonic Water wie das Schweppes Tonic Water oder das Thomas Henry Tonic Water ist deutlich bitter und passt zu wacholderbetonten London Dry Gins. Mediterrane Sorten wie das Fever Tree Mediterranean Tonic Water sind milder und kräuteriger, sie ergänzen florale Gins. Dry Tonics enthalten weniger Zucker und lassen dem Gin mehr Raum.
Egal welche Sorte: Das Tonic sollte gut gekühlt und frisch geöffnet sein. Kleine Flaschen verlieren weniger Kohlensäure als große. Einen Überblick über Sorten und Hersteller gibt der Ratgeber rund um Tonic Water, konkrete Empfehlungen liefert die Liste der Top 10 Tonic Water.
Gin Tonic Garnitur, Eis und Glas
Die Garnitur ist mehr als Deko. Sie verstärkt Aromen, die im Gin schon stecken. Die Grundregel lautet: Was im Gin enthalten ist, passt auch ins Glas. Ein zitrusbetonter Gin bekommt eine Zitronenzeste, ein Gin mit Gurke eine Gurkenscheibe.
- Zitrusfrüchte: Zitrone, Limette, Orange oder Grapefruit für klassische London Dry Gins
- Kräuter: Rosmarin, Thymian, Basilikum oder Minze für kräuterige und mediterrane Gins
- Gewürze: Wacholderbeeren, Kardamom, Pfeffer oder Sternanis für würzige Gins
- Obst und Gemüse: Gurke, Beeren oder Apfel für florale und fruchtige Gins
Weniger ist oft mehr. Eine oder zwei Zutaten reichen, sonst überdeckt die Gin Tonic Garnitur den Gin. Kräuter kurz zwischen den Handflächen klatschen, dann geben sie mehr Aroma ab.
Viel Eis hält den Drink länger kalt und verwässert ihn langsamer als wenig Eis. Das klingt paradox, liegt aber daran, dass sich viele Würfel gegenseitig kühlen und langsamer schmelzen. Ideal sind große, klare Eiswürfel. Crushed Ice ist für den Gin Tonic ungeeignet, es schmilzt zu schnell. Mehr dazu im Beitrag über die richtigen Eiswürfel für den Gin Tonic.
Beim Glas habt ihr die Wahl zwischen dem schlanken Longdrinkglas und dem bauchigen Ballonglas. Das Longdrinkglas hält die Kohlensäure länger, das Ballonglas bündelt die Aromen und bietet Platz für eine üppige Garnitur. In beiden Fällen gilt: Glas vorher kühlen.
Woher kommt der Gin Tonic?
Die Geschichte des Gin Tonic beginnt mit Chinin. Der Bitterstoff aus der Rinde des Chinarindenbaums wurde im 19. Jahrhundert gegen Malaria eingesetzt. Britische Soldaten und Beamte in Indien nahmen Chinin mit Wasser, Zucker und Limette zu sich. Mit einem Schuss Gin wurde die bittere Mischung trinkbarer. Daraus entwickelte sich der Longdrink, der mit den Heimkehrern nach Großbritannien kam.
Heutiges Tonic Water enthält nur noch wenig Chinin und hat keine medizinische Wirkung. Geblieben ist der typisch bittere Geschmack. Mehr zur Entstehung lest ihr im Beitrag Wer hat den Gin Tonic erfunden?.
Häufige Fragen zum Gin Tonic
Wie lautet ein gutes Gin Tonic Rezept?
50 ml Gin, 150 ml Tonic Water, viel Eis und eine Garnitur, die zum Gin passt. Zuerst den Gin über das Eis gießen, dann das Tonic.
Welches Mischverhältnis ist beim Gin Tonic richtig?
1:3 ist der gängige Standard. Je nach Gin und Geschmack funktionieren auch 1:2 oder 1:4.
Ist ein Gin Tonic ein Cocktail?
Streng genommen ist er ein Longdrink, genauer ein Highball: Spirituose, kohlensäurehaltiger Filler und Eis. Die Details stehen im Beitrag Ist ein Gin Tonic ein Cocktail?.
Wird ein Gin Tonic geschüttelt?
Nein. Er wird direkt im Glas gebaut und höchstens einmal sanft umgerührt, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.
Gibt es den Gin Tonic auch alkoholfrei?
Ja, mit alkoholfreiem Gin. Welche Alternativen es gibt, zeigt der Beitrag über alkoholfreien Gin.
Weitere Gin-Cocktails
- Tom Collins: Longdrink mit Zitrone und Soda
- Gin Mule: mit Ginger Beer und Limette
- Gin Tonic Coffee: der Gin Tonic mit Espresso
Alle Rezepte findet ihr in der Kategorie Gin-Cocktails. Cheers!


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