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Cream Gin

Gin ist beliebt wie lange nicht mehr, bekannt, wird gerne getrunken. Im Internet gibt es viele Artikel und Gintastings sind eine beliebte Aktivität. Kaum zu glauben also, dass es in der Ginwelt tatsächlich noch Geheimnisse und unbekannte Schätze gibt. Der Cream Gin ist eines davon.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Auswahlmöglichkeiten in Sachen Gin begrenzt, man unterschied meist nur zwischen englischem und holländischem Gin. Die Wirte in den Pubs wurden da aber schnell kreativ um den scharfen Alkoholgeschmack zu mildern, und den Verkauf so zusätzlich zu fördern.

Durch die Zugabe von Zucker entstand ursprünglich der Old Tom Gin. Bald darauf fügten einige Pub Besitzer den meist billig gebrannten und dadurch sehr scharfen Schnäpsen zum Zucker noch Sahne hinzu – die Geburtsstunde des Cream Gin. Im Endeffekt wollte man dadurch nur billigen Fusel verbessern bzw. aufwerten.

Dass der Cream Gin heute so gut wie vergessen ist, liegt wohl auch an seiner Entstehungsgeschichte. In den letzten Jahren gab es kaum versuche, diesen Gin Typ wieder aufleben zu lassen. Ledig 2013 versuchte ein britischer Online-Shop, das Getränk herzustellen. Anders als vor ein paar Hundert Jahren vermischte man die Sahne diesmal aber nicht nach der Destillation mit der Spirituose. Heutzutage versucht man, die Sahne wie auch die verschiedenen Botanicals zu behandeln und die Aromen während des Destillationsprozesses zu gewinnen.

Dabei mussten die Unternehmen auf die Kältedestillation zurückgreifen, da die Destillation anders nicht möglich gewesen wäre. Dies hat zur Folge, dass der Gin trotz der Sahne fast farblos ist. Anders als früher bildet die Sahne aber keinen Fettfilm im Mund, der den Alkohol mildert. Der heutige Cream Gin fußt also auf einem historischen Vorbild, ist aber dennoch eine komplett neue Entwicklung.